Fernsehen ist ja eigentlich nicht gerade so mein Fall. Ich zähle mich eher zur schreibenden Zunft und mache um TV, Kino & Co. in der Regel und auch außerhalb dieser einen großen Bogen. Doch wenn das Wetter gar so penetrant sommerlich daher kommt, bleibt mir zuweilen nichts anderes übrig, als mich vor den Flachbildfernseher zu pflanzen.

Nach einem ausgiebigen Flachbildschirm Test habe ich mich jedenfalls dazu entschieden, mir das allerneueste Gerät von Samsung zu kaufen, was mich schlappe 1000 Kröten gekostet hat. Ob sich diese Investition jemals für mich rechnen wird, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls hat meine gute alte Röhre nun das Zeitliche gesegnet und ist auf dem nächsten Schrottplatz gelandet.

Auch nach einigen Jahren Abstinenz meinerseits hat sich im Fernsehen niveaumäßig ja nicht sonderlich viel geändert: ein Sozialporno jagt den nächsten, und wer nachmittag den Fernseher anschaltet, ist selber schuld oder hat es einfach nicht anders verdient. Dass Menschen für den fabrizierten Müll bezahlt werden grenzt an ein Wunder oder könnte auch als mittelbare Körperverletzung geahndet werden.

Tiefer in die Welt der Flimmerkisten möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht eintauchen, sondern einmal dazu aufrufen, den Flachbildschirm im modernen Wohnzimmer einfach mal wieder auszuschalten. Es ist doch ein geradezu wohliges Erlebnis, einmal die Ruhe im Wohnzimmer zu genießen, obwohl so ein Fernseher gleichsam altarmäßig vor einem steht und mann die Macht hat, ihn nicht anzuschalten.

Ich habe den Eindruck, dass die Ruhe jetzt noch viel stiller ist, und der große schwarze Flachbildfernseher zu einer nachmittäglichen Meditation einlädt. Ich will ihn vielleicht gar niemals mehr einschalten, sondern lasse ihn für immer und ewig ausgeschaltet. Vielleicht verkaufe ich das Teil ja auch einfach wieder und kaufe mir dafür ein paar gute Bücher, mal sehen.